Die Renovierung von 1974 und 1995
Anfang der 1970er Jahre befand sich die Strahlenburg in einem kritischen Zustand. Der Turm war bereits gesperrt, Teile des Mauerwerks waren einsturzgefährdet. Daher beschlossen Stadt, Eigentümer und Denkmalschutzbehörden eine umfassende Sicherung der Anlage.
Die Kosten der ersten Maßnahmen wurden mit etwa 120.000 bis 130.000 DM veranschlagt. Die Finanzierung sollte erfolgen durch:
- Landesdenkmalamt: 40.000 DM
- Rhein-Neckar-Kreis: 10.000 DM
- Stadt Schriesheim: 20.000 DM
- Eigentümer: 30.000 DM
- Spenden aus der Bevölkerung: etwa 20.000 DM
Zur Finanzierung wurde eine breite Bürgeraktion gestartet. Der Kulturkreis Schriesheim organisierte die „Woche der Strahlenburg“, Sammlungen und den Verkauf von sogenannten „Strahlenburg-Bausteinen“, darunter Kunstdrucke regionaler Künstler. Die Aktion fand großen Zuspruch, dennoch fehlten Anfang 1975 noch rund 14.000 DM.
Ziel der Arbeiten war zunächst nicht eine Rekonstruktion, sondern die Sicherung der Standfestigkeit. Gleichzeitig wurde geplant, die Anlage nachts zu illuminieren und das Umfeld gestalterisch aufzuwerten.
Erneuter Sanierungsbedarf in den 1990er Jahren
Rund zwanzig Jahre nach der ersten Rettungsaktion zeigte sich erneut erheblicher Sanierungsbedarf. Besonders die Westmauer war stark der Witterung ausgesetzt. Wind und Regen hatten über Jahrzehnte den Mörtel aus den Fugen gespült. Die Folgen wurden sichtbar, als 1993 eine Weinbergsmauer einstürzte.
Der Eigentümer Heinz Lauer (im Artikel fälschlicherweise als Helmut Lauer bezeichnet) setzte sich deshalb für eine neue Grundsanierung ein. Die veranschlagten Kosten lagen nun bei rund 300.000 bis 320.000 DM.
Die Generalsanierung von 1995 bis 1996
Die Arbeiten begannen 1995. Die Finanzierung setzte sich wie folgt zusammen:
- Landesdenkmalamt: 50 %
- Denkmalstiftung Baden-Württemberg: 20 %
- Stadt Schriesheim: 20 %
- Eigentümer Familie Lauer: 10 %
Mit der Ausführung wurde die Firma Walz aus dem Sensbachtal beauftragt, die bereits bei der Sanierung des Heidelberger Schlosses tätig gewesen war.
Die Restaurierung umfasste insbesondere:
- Entfernen des alten Mörtels bis zu 15 cm tief.
- Neuverfugung des Mauerwerks.
- Untersuchung und Nachbildung des historischen Mörtels.
- Sanierung der stark geschädigten Wetterseiten.
- Instandsetzung des Burgtors.
- Wiederaufbau der 1993 eingestürzten Weinbergsmauer.
Die Arbeiten erfolgten teilweise auf bis zu 18 Meter hohen Gerüsten an den steilen Hanglagen der Burg. Nach etwa anderthalb Jahren stand die erste umfassende Generalsanierung der Ruine kurz vor dem Abschluss. Die restaurierten Mauern wurden in den Artikeln als „in neuem Glanz“ beschrieben.
Heutige Entwicklung
Die Sanierungen von 1974/75 und 1995/96 bildeten die Grundlage dafür, dass die Strahlenburg bis heute erhalten blieb. In den Jahren 2025 und 2026 ging die Burg nach einer großen Bürgerinitiative in die gemeinnützige Stiftung Strahlenburg über. Die Stiftung plant weitere Investitionen in Erhalt, Infrastruktur und Gastronomie. Dabei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch künftig erhebliche Sanierungsmaßnahmen notwendig sein werden.
Fazit
Die Erhaltung der Strahlenburg war kein einmaliges Projekt, sondern ein jahrzehntelanger Prozess:
- 1974 bis 1975 wurde die akut gefährdete Ruine vor weiterem Verfall bewahrt.
- 1995 bis 1996 erfolgte eine technisch aufwendige Generalsanierung des Mauerwerks.
- Seit 2025/26 wird die Zukunft der Burg durch eine Bürgerstiftung gesichert, die weitere Sanierungen und Investitionen vorbereitet.
Ohne die öffentliche Förderung, das Engagement der Familie Lauer und die wiederholte Unterstützung der Schriesheimer Bürgerschaft wäre die Strahlenburg nach den vorliegenden Quellen vermutlich nicht in ihrer heutigen Form erhalten geblieben.